Zur Chronik

Nach der Wiedergründung des ASV Botnang im Jahre 1950, wurde am 1.8.1950 die Tischtennisabteilung von Hans Finkbeiner ins Leben gerufen. Das Interesse an dieser Sportart war so stark, dass bereits im ersten Jahr des Bestehens über 130 Spielerpässe beantragt wurden.
Mit Erwin Hug, dem Süddeutschen Meister des Jahres 1934,  hatte Hans Finkbeiner einen technischen Leiter zur Seite, der sich intensiv um den Trainingsablauf bemühte. So konnten bereits ein Jahr später aus einer Vielzahl von Aktiven zwei Herrenmannschaften gemeldet werden. Die I. Herren-mannschaft, die damals in der Kreisklasse 2 die Farben des ASV Botnang vertrat, bestand aus den Spielern Erwin Hug, Hans Finkbeiner, Karl Jetter, Eugen Gramm, Helmut Maier, Helmut Deiss und Arthur Deiss.
Sie musste bald die Spielstärke und Erfahrung anderer Mannschaften kennen lernen und belegte einen mittleren Tabellenplatz. Bereits in der nächsten Spielsaison 1952/53 konnte die Meisterschaft der Kreisklasse 2 gewonnen werden, und mit etwas Glück schaffte man den Aufstieg in die Kreisklasse 1. Trotz größter Anstrengung gelang der Klassenerhalt nicht.
Als Dr. Hans Rekowski im Jahre 1956 die Abteilung übernahm, galt es, die Mannschaft vollkommen neu aufzubauen. Durch Hinzugewinnung neuer Spieler, wie Dieter Maas, Walter Werz und Jugendspieler Harald Spengler, ging es wieder aufwärts. Die Mannschaft festigte sich, konnte 1962 durch die Gablenberger Spieler Rolf Pfeifer und Rolf Dausch verstärkt werden, wodurch ein steiler Aufstieg bis zur Bezirksklasse gelang. Zu dieser Mannschaft kam 1965 noch der langjährige Spitzenspieler der Stuttgarter Kickers Gerhard Widmann. Mit dieser starken Mannschaft war es möglich, abermals den Gruppensieg zu erringen und in die Landesliga aufzusteigen. Gleichzeitig wurde während dieser Zeit dreimal der Bezirks-B-Pokal in ununterbrochener Reihenfolge gewonnen, so dass dieser in den Besitz des ASV Botnang überging.
Der beständigen Aktivität des Leiters Dr. Rekowski ist es zu verdanken, dass eine nochmalige Verstärkung der I. Herrenmannschaft durch die Musberger Spieler Günter Stierle und Lothar Abrell möglich war. Mit den Spielern Gerhard Widmann, Günter Stierle, Peter Kaufmann, Lothar Abrell, Rolf Pfeifer und Harald Spengler besaß nun der ASV Botnang: eine schlagkräftige Mannschaft, die allerorts gefürchtet wurde. Sie gewann 1967 die Meisterschaft in der Landesliga und beteiligte sich neben den Mannschaften von Ebingen, Illertissen und Rommelshausen an der Aufstiegsrunde zur Verbandsliga. Hier konnte der ASV Botnang den 1. Platz vor Illertissen, Ebingen und Rommelshausen belegen. In drei Jahren hatte es der ASV Botnang geschafft, von der zweituntersten Spielklasse über die Kreisklasse, Bezirksklasse und Landesliga die Verbandsliga zu erreichen. Ein seltener, großer Erfolg, der bisher nur von wenigen Mann- schaften erreicht wurde.
Durch berufliches Ausscheiden von Rolf Pfeifer und: Peter Kaufmann war die Mannschaft so geschwächt, dass sie im nächsten Jahr wieder in die Landesliga absteigen musste. Hier konnte sie sich mit wechselndem Erfolg einige Jahre halten. Als dann abermals berufliche Veränderungen die Mannschaft schwächten und gleichwertiger Ersatz nicht vorhanden war, ließ sich ein weiteres Absinken der sportlichen Leistungen nicht aufhalten. In der Saison 1972/73 wurde die Mannschaft besonders hart getroffen, als sie mit nur einem Punkt Unterschied den bitteren Abstieg in die Bezirksklasse antreten musste.
Bester und beständigster Spieler des ASV Botnang über viele Jahre dürfte Gerhard Widmann gewesen sein, der bereits seit 1958 in den Württ. Leistungsklassen I und II zu finden ist. Seit seiner Zugehörigkeit zum ASV Botnang versäumte er nur ein einziges Verbandsspiel. Seine Beständigkeit ist auch aus der Bilanz seiner Spielklasse ersichtlich. So beendete er beispielsweise die Spielsaison 1972/73 mit einer Bilanz von 35 gewonnenen und einem verlorenen Spiel.
In der Spielsaison 1956/57 konnte erstmals eine Jugendmannschaft starten, die auf Bezirksebene einen guten Mittelplatz belegte. 1958/59 löste sich jedoch die Mannschaft wieder auf, da von anderen Vereinen die Spieltermine nicht eingehalten wurden, bzw. die Mannschaften überhaupt nicht antraten. Erst 1967 baute Günter Stierle wieder eine neue Jugendmannschaft auf. Mit viel Umsicht und Geschick verstand er es, die Jugendlichen anzuleiten. Der Erfolg blieb nicht aus. Die Mannschaft belegte im Bezirk Stuttgart auf Anhieb einen dritten Platz in der Tabelle. In den folgenden Jahren spielte sie unter Leitung von Werner Sparn bzw. Benno Weinhandl in der Jugend-Sonderklasse. Durch Erreichung des 18. Lebensjahres und dem damit verbundenen Ausscheiden aus der Jugend ist diese Mannschaft 1973 auf zwei talentierte Spieler zusammen-geschrumpft.
Die Damen der Abteilung wollten den Herren nicht nachstehen und begannen 1952 ebenfalls mit einer Mannschaft, die aus Marianne Hug, Lore Berrer, Hella Finkbeiner, Klara Stirm, Else Berrer, Sigrid Sautter und Ursel Frei bestand. Auch sie musste die Überlegenheit der anderen Mannschaften anerkennen. Sie ließen sich jedoch nicht unterkriegen.
Die erfolgreichste Spielerin dieser Zeit war Lore Berrer, die im Jahre 1954 eine Württ. Meisterschaft erringen konnte. Zusammen mit ihrer Schwester Else sowie Marianne Hug und Doris Binder bildeten sie eine recht starke Mannschaft im Bezirk Stuttgart. Sie belegten bis 1956 stets den ersten Tabellenplatz, konnten aber wegen Unvollständigkeit der Mannschaft, damals spielten auch die Damen mit einer 6er-Mannschaft, nicht in die Landesliga aufsteigen. Erst durch die Geschwister Nehls von Feuerbach war der Aufstieg in die Landesliga möglich. Als dann jedoch eine der Damen Nehls ausschied und kein gleichwertiger Ersatz vorhanden war, musste man wieder absteigen. Erst der Eintritt von Hilde Schildknecht im Sommer 1963 war eine echte Verstärkung. In der Spielsaison 1963/64 wurde wieder der erste Platz in der Bezirksklasse sowie der Aufstieg in die Landesliga erkämpft. Es zeigte sich, dass es die Mannschaft als Neuling recht schwer hatte, es gelang ihr jedoch der Klassen-erhalt. Als dann 4er-Mannschaften eingeführt wurden, erwies sich das für die ASV-Damen von Vorteil.
Dr. Rekowski war es erneut zu verdanken, dass neue Spielerinnen gewonnen wurden, so dass die Saison 1965/66 mit zwei Damenmannschaften gespielt wurde. Die erste Mannschaft mit Hilde Schildknecht, Marianne Hug, Doris Ruggeri und Christel Kähn erwies sich als starke Truppe, die 1966 noch durch Gerda Forner und Edeltraut Bothner Unterstützung fand. So konnte diese Mannschaft in den Jahren 1966 bis 1969 stets den zweiten bzw. dritten Tabellenplatz in der Landesliga belegen. 1969 stieg man in die Verbandsliga auf damals die zweithöchste Spielklasse der Damen. Hier mussten unsere Spielerinnen erfahren, wie dicht oft Sieg und Niederlage beieinander liegen. Es fehlte ihnen wohl auch das nötige Selbstvertrauen, um manches Spiel für sich zu entscheiden. Mit viel Einsatz und Energie ist es den oben genannten Damen gelungen, sich in dieser Spielklasse zu halten.
Im Juli 1967 erhielt die Damenmannschaft eine Einladung zum Albpokalturnier nach Merklingen. Hier belegte sie mit den Spielerinnen Schildknecht, Hug und Widmann einen beachtlichen zweiten Platz. Ließ sie doch von fünf teilnehmenden Mannschaften den Titelverteidiger TTC Ulm und die Mannschaft von Schwäbisch Gmünd hinter sich.
Seit 1966 wurde regelmäßig an den Spielen um den Bezirkspokal der Damen teilgenommen. Von 1966 bis 1969 stand man jedes Jahr im Endspiel gegen die Oberligamannschaft der PSG Stuttgart, der man jedoch unterlag. Der ASV Botnang hatte also den zweiten Platz abonniert. 1970 traf dann der Verband eine Neuregelung, wonach Oberligamannschaften erst in die Spiele um den Verbandspokal eingreifen können. Nun war der Weg für Hilde Schildknecht, Gerda Forner und Christel Widmann frei. Sie konnten sowohl 1971 als auch 1972 den Bezirkspokal der Damen erringen.
Bei den Pokalspielen um den Verbandspokal des TTVWH gelang es den A5V-Damen 1967 und 1968, bis in die Hauptrunde der letzten acht Mann- schaften vorzudringen. Hier mussten sie jedoch vor den Oberligamann-schaften des 55V Ulm bzw. MTV 5tuttgart kapitulieren. Als erfolgreichste Spielerinnen des ASV Botnang der letzten Jahre kann man Hilde Schildknecht und Christel Widmann bezeichnen. So konnte Hilde Schildknecht 1971 den Titel einer Württ. Seniorenmeisterin im Damen-Einzel erkämpfen. 1972 wurde sie zusammen mit Christel Widmann Bezirksmeister im Damen-Doppel. Außerdem errangen diese beiden Damen im gleichen Jahr bei den Württ. Seniorenmeisterschaften den Meistertitel im Damen-Doppel. Im Jahre 1973 wurde die Titelverteidigung bei den Württ. Seniorenmeisterschaften in Laupheim nur sehr knapp verfehlt. Schildknecht/Widmann unterlagen im Endspiel nur knapp mit 1:2 und wurden somit Vizemeister. Ihre Beständigkeit an der Platte beweist Hilde Schildknecht durch ihre langjährige Zugehörigkeit der Leistungsklasse des TTVWH, wo sie stets einen vorderen Platz einnimmt. Wie bereits erwähnt, spielte 1965/66 eine zweite Damenmannschaft, die jedoch nach einem Jahr wieder auseinander fiel, weil die Zahl der beteiligten Mannschaften auf Bezirksebene zu gering war. Erst in der Spielsaison 1972/73 konnte der ASV Botnang wieder eine zweite Mannschaft melden. Den zum Teil noch jungen Spielerinnen Erna Formann, Eva Hawrak, Sylvia Heidenreich, Helga Kögel und Renate Sparn gelang ein beachtlicher vierter Tabellenplatz in der Bezirksklasse.

Was hat sich in den Jahren bis 1998 in der Tischtennisabteilung getan?

Viele erfreuliche Erlebnisse, sportliche Höhepunkte und gemeinsame Aktivitäten, die das Miteinander und den menschlichen Zusammenhalt förderten, konnten wir in dieser Zeitspanne erleben.
Leider mussten wir auch von einigen Sportkameraden Abschied nehmen. So gedenken wir unseres langjährigen Abteilungsleiters und Gönners Dr. Hans Rekowski und des Mitbegründers der Tischtennisabteilung Hans Finkbeiner. 1995 verloren wir Marianne Hug sowie unseren nie müde werdenden Peter Oertel.
Im sportlichen Bereich sind das Aushängeschild nach wie vor die Damen, die auch über Stuttgart hinaus den Namen des ASV Botnang immer wieder in den Ergebnislisten auftauchen lassen. Hilde Schildknecht und Christa Widmann haben den ASV erfolgreich seit 1971 bei den Senioren vertreten. Hilde Schildknecht erreichte zehnmal und Christa Widmann zweimal den Titel der Württ. Einzelmeisterschaft. Auch viele Württ. Meistertitel im Doppel und Mixed wurden durch beide Damen sowie Renate Fischer, die 1981 neu zum ASV dazu gekommen ist, errungen.
1981 wurden die Seniorinnen Hilde Schildknecht, Christa Widmann und Doris Ruggeri Württ. Mannschaftsmeister. Zum zweiten Mal wurde dieser Titel 1987 mit den Spielerinnen Rosi Berg, Hilde Schildknecht, Christa Widmann und Renate Fischer errungen. Berühmt sind unsere Seniorinnen auch wegen ihrer Reiseleidenschaft. Seit einigen Jahren lassen sie keine Welt- und Europameisterschaft aus. Egal, ob diese in den USA, Australien oder Norwegen stattfindet.
Im Mannschaftsspielbetrieb konnten in den vergangenen Jahren drei Damen- und vier Herrenmannschaften am aktiven Spiel betrieb teilnehmen. Derzeit ist der ASV mit zwei Damen-, zwei Herren- und zwei Schülermannschaften im Verband vertreten.
Die 1. Damenmannschaft spielte jahrelang in der Verbandsliga, bis sie 1984 mangels Neuzugängen, in die Landesliga absteigen musste. Es gelang der Mannschaft wieder der Aufstieg in die Verbandsliga. Doch konnte sie sich dort nicht lange halten, und trat wiederum den leidvollen Weg in die Landesliga an. Erwähnen muss man, dass die heutige Landesliga, gerade der Stuttgart/Rems-Murr-Kreis, in der der ASV spielt, die Stärke einer Verbandsliga vorweist. 1998/99 spielt die Mannschaft in der Aufstellung Gaby Cato, Hamide Zarifian-Arnold, Renate Fischer, Hilde Schildknecht.
Die 2. Damenmannschaft wurde im Jahr 1972/1973 ins Leben gerufen. Die Mannschaftsführung übernahm Helga Kögel. Unter ihrer fünfzehnjährigen Tätigkeit als Mannschaftsführerin sind die Damen (Edeltraut Schill, Sylvia Schnirring, Hamide Zarifian, Helga Kögel) bis zur Landesliga aufgestiegen. Leider kannte die Mannschaft sich nur zwei Jahre in der Landesliga halten und kehrte wieder in die Bezirksliga zurück. Sie spielt heute in der Aufstellung Karin Härtner-Hör, Edeltraut Schill, Sylvia Schnirring, Christa Widmann, Bärbel Brenner, Helga Kögel.
Bei den Herren nahmen, wie bereits erwähnt, zeitweise vier Mannschaften am Spielbetrieb teil. Es wurde manchmal eng in den Hallen. Neben der alten ASV-Sporthalle und in der Kirchhaldenschule wurde auch in der Franz-Schubert-Schule im Gymnastikraum gespielt. Heute können wir in der ASV-Halle bis zu neun Tischtennisplatten für unseren Trainings- und Spielbetrieb stellen.

Jugendarbeit

An dieser Stelle ist es angebracht, einmal die ehrenamtlichen Tätigkeiten unserer Tischtennis-Mitglieder außerhalb der Tischtennisabteilung zu erwähnen. Beim Tischtennisverband war Christa Widmann jahrelang als Damenwartin und Klassenleiterin im Bezirk Stuttgart tätig. Renate Fischer und Rüdiger Angst haben einige Jahre den Spiel betrieb als Klassenleiter geleitet. Mit Rüdiger Angst haben wir einen Schiedsrichter in unseren Reihen, der bei vielen Veranstaltungen auf nationaler und internationaler Ebene (Europa-/Weltmeisterschaften) eingesetzt wird.

Im Hauptverein stellte unsere Abteilung in dieser Zeit drei Vorstands-mitglieder. Artur Wagner war 7 Jahre 1. und 2 Jahre 2. Vorsitzender des Vorstandes, Siegfried Kögel17 Jahre und heute noch Hauptkassierer sowie Renate Fischer 3 Jahre Schriftführerin. Seit 10 Jahren ist Edeltraut Schill die gute Fee der Geschäftsstelle.
Auch die Mitarbeit am Bau des neuen Vereinsheims war unseren Mitgliedern eine selbstverständliche Pflicht. So haben sich die Mitglieder besonders beim Verlegen der Fliesen im Untergeschoss engagiert. Auch wurde tatkräftig bei der Bewirtung im »Kistle« mitgewirkt. Das »ASV-Athletenkistle« war für viele ein willkommener Anlauf- und Treffpunkt. Manche außersportlichen Gespräche mit anderen Vereinsmitgliedern und dem Vereinsvorstand haben zu einem besseren gegenseitigem Verstehen beigetragen.
Das gemütliche Beisammensein in der Abteilung kam auch nicht zu kurz. Im August 1990 feierte die Tischtennis-Abteilung ihr 40jähriges Bestehen. Unter den 60 Mitgliedern und Gästen konnte auch Hans Finkbeiner, als einer der Mitbegründer, begrüßt werden. Auch ehemalige Spitzenspieler wie Günter Stierle, Thomas Strobel und Gerd Arnold fühlten sich in fröhlicher Runde wohl und manche Erinnerungen an gemeinsame Zeiten wurden wach.
Die Gestaltung freier Zeit, also außerhalb des Tischtennissports, hat in unserer Abteilung eine gute Tradition.  Zum Beispiel bei Wochenend-ausflügen im Albtal (Aschenhütte), Donautal, Allgäu, Taubertal und in der Rhön sowie bei Tagesausflügen fand sich immer eine Schar Interessierter. Zum Jahresende fanden gemütliche Adventsfeiern statt. Bei Nachtwanderungen eroberten wir das »Bärenschlößle« oder andere Ausflugsziele, wo uns dann oft der Nikolaus überraschte.