{"id":2795,"date":"2022-03-31T22:11:45","date_gmt":"2022-03-31T20:11:45","guid":{"rendered":"http:\/\/asv-botnang.de\/volleyball\/?p=2795"},"modified":"2022-03-31T22:11:45","modified_gmt":"2022-03-31T20:11:45","slug":"persoenlicher-nachruf-an-die-keiler-familie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/asv-botnang.de\/volleyball\/persoenlicher-nachruf-an-die-keiler-familie\/","title":{"rendered":"Pers\u00f6nlicher Nachruf an die Keiler-Familie"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Keiler-Familie,<br \/>\nam vergangenen Sonntag wurde ich vom Team nach dem Sieg gegen den USC Konstanz aus der ersten Mannschaft verabschiedet. F\u00fcr mich war das ein gro\u00dfer, emotionaler Moment. In den folgenden S\u00e4tzen m\u00f6chte ich vielen Leuten sagen und erkl\u00e4ren, warum dieser Verein und dieser Sport in den letzten 16 Jahren so besonders f\u00fcr mich waren.<!--more--><br \/>\n\u201eAls ich mit 15 Jahren aus Russland nach Deutschland kam und kein Wort Deutsch konnte, hatte ich niemanden au\u00dfer meine Familie. Mit dem ASV habe ich eine zweite Familie dazu gewonnen\u201c \u2013 dieser Satz steht auf dem Plakat f\u00fcr die Kampagne Integration durch Sport, dessen Gesicht ich geworden bin. Er ist nach wie vor aktuell und erf\u00fcllt mich nach wie vor mit Stolz. In meinen ersten Trainingseinheiten bei den Botnanger Volleyballern stand ich als Jugendlicher auf dem Feld mit Botnanger Legenden wie Steffen Gr\u00f6tzinger, Vladimir Geier, Thorsten Hauptvogel, Stephan Blanke und vielen mehr. Ich war eingesch\u00fcchtert und habe zu den gro\u00dfen Jungs aufgeschaut. Sie waren erwachsene, gestandene M\u00e4nner, die damals die Oberliga gerockt haben und ihr Herz auf dem Feld gelassen haben. Damals dachte ich: wenn ich gro\u00df bin, will ich auch mal auf dem Niveau vor einer vollen Trib\u00fcne in der BSH spielen.<br \/>\nEinige Jahre sp\u00e4ter habe ich als Stammspieler mit dem unfassbar starken Team um Dirk Mehlberg, Lukas Beckebans, Lennart Pfaller, Nick Schulz und co. die Oberliga so richtig aufgemischt. Kein einziges verlorenes Spiel, nur drei verlorene S\u00e4tze. Diese Saison war der Grundstein f\u00fcr den heutigen sportlichen Erfolg. Denn danach ging es f\u00fcr die erste Herrenmannschaft nur noch bergauf. Durchmarsch in der Regionalliga, drei Siege in der Dritten Liga \u2026. Saisonabbruch und Corona Pandemie. Nach der sportlichen Pause in der Regionalliga Saison bin ich in der ersten Saisonvorbereitung auf die Dritte Liga wieder zum Team gesto\u00dfen. Damals noch voller Ungewissheit, ob es \u00fcberhaupt f\u00fcr einen Kaderplatz reicht. Denn vor einigen Jahren habe ich von einem meiner Trainer geh\u00f6rt, dass sp\u00e4testens in der Oberliga f\u00fcr mich auf jede Angreiferposition Schluss sei. F\u00fcr mehr reiche meine Physis nicht aus. Diesen Satz habe ich mir immer wieder ins Ged\u00e4chtnis gerufen, wenn ich Zusatzschichten im Kraftraum oder in der Halle geschoben habe. Meine Motivation war es mir selbst und den anderen zu zeigen, dass sich Einsatz auszahlt. \u201eHard work beats talent, if talent doesn\u2019t work\u201c war die Marschroute. Am Ende der Vorbereitung hatte ich einen Kaderplatz und war da schon stolz wie Oskar. In der abgebrochenen Saison habe ich auch meine n\u00e4chsten pers\u00f6nlichen Meilensteine erreicht: erster Einsatz als Erg\u00e4nzungsspieler in der Dritten Liga, erster Einsatz als Stammspieler und erster Sieg. Das war einfach gro\u00df. Nach dem Saisonabbruch wollte ich aufh\u00f6ren, aber nach dem gro\u00dfen Umbruch im Team konnte ich die Mannschaft, die mir die Chance gegeben hat, meine sportlichen Tr\u00e4um zu erf\u00fcllen, nicht im Stich lassen. Vor der Spielzeit haben uns viele abgeschrieben: nach sieben Abg\u00e4ngen sei die Mannschaft nicht mehr konkurrenzf\u00e4hig, nicht stark genug \u2013 Spieler f\u00fcr Spieler gingen die potentiellen Neuzug\u00e4nge zur Konkurrenz aus der Stuttgarter Umgebung, den Teams, die heute in der Tabelle hinter uns stehen. Auch dieses Mal war die Voraussage etwas nicht schaffen zu k\u00f6nnen, die Zusatzmotivation f\u00fcr mich.<br \/>\nMit der ersten MVP Medaille und dem nahezu sicheren Klassenerhalt geht f\u00fcr mich mein pers\u00f6nliches sportliches M\u00e4rchen zu Ende. Ich konnte ein wichtiger Baustein vom gr\u00f6\u00dften sportlichen Erfolg des Vereins sein, der f\u00fcr mich viel mehr als nur ein Sportklub ist. In diesem Verein habe ich meinen besten Freund und meinen engsten Freundeskreis gefunden, emotionale Achterbahnfahrten durchgemacht, so oft gefallen und immer wieder aufgestanden. Dieser Sport und dieser Verein waren und sind f\u00fcr mich die beste Schule des Lebens \u2013 wann auch immer Dinge schief gehen, heul nicht rum, krempel die \u00c4rmel hoch, gib Gas und es werden gute Dinge passieren. Und wenn du nicht allein weiterkommst, sind dein Team und deine Freunde f\u00fcr dich da. Bei alle den Tief- und Hochpunkten meines Lebens, war der ASV eine der ganz wenigen Konstanten und daf\u00fcr bin ich sehr dankbar.<br \/>\nIn diesen Text habe ich nach meinem Geschmack schon zu viel Epos reingepackt. Doch eine Sache steht noch aus: nach dem Spiel gegen Konstanz wurde ich als eine \u201eASV-Legende\u201c verabschiedet. Ich pers\u00f6nlich will mich nicht so bezeichnen, weil ich mich einfach nur als einen Kerl sehe, der sein Herz und Seele sowie jede Menge Arbeit in die Sachen gepackt hat, die ihm sehr viel Freude bereitet hat. Aber es ist ganz gewiss, dass so bezeichnet zu werden, mich verdammt stolz macht. Danke, Keiler-Familie<br \/>\nIn Liebe, euer Roman<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Keiler-Familie, am vergangenen Sonntag wurde ich vom Team nach dem Sieg gegen den USC Konstanz aus der ersten Mannschaft verabschiedet. F\u00fcr mich war das ein gro\u00dfer, emotionaler Moment. 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